Als ich meine Arbeit als Beigeordneter in Hennef aufnahm, da war einer der ersten Besucher Burkard Schmitz. Ein „Typ“, ein Original, Lehrer und Firmeninhaber eines Elektroinstallationsbetriebes und eines Elektroplanungsbüros- und Vorsitzender der TURA Hennef, des größten Hennefer Fußballvereins. Die erste Mannschaft spielte seinerzeit in der Landesliga.
Die Chemie zwischen Burkard und mir stimmte sofort! Es entstand eine sehr enge Freundschaft, und Burkard bekniete mich immer wieder, doch bei der TURA eine Funktion zu übernehmen. Ich habe das bestimmt 100 Mal abgelehnt, aber das beeindruckte Burkard nicht. Immer und immer wieder unternahm er neue Anläufe, und irgendwann hatte er mich so weit. Ich ließ mich breitschlagen und wurde zweiter Vorsitzender.
Wir wussten, was das bedeuten würde; denn Burkard war – schon als wir uns kennen lernten – schwerst erkrankt. Kurz vor seinem Tod schaffte die erste Mannschaft noch den Aufstieg in die Verbandsliga – und ich stand plötzlich als kommissarischer Vorsitzender in der Pflicht.
Dank einer hervorragenden Vorstandsmannschaft und helfender Ratgeber im Hintergrund konnten wir bald einen würdigen Nachfolger für den 1. Vorsitz finden, der auch bis heute die Geschicke des Vereins maßgeblich prägt. Die TURA heißt heute – nach einer Fusion mit dem FC Geistingen – FC Hennef.
Mich haben die Jahre bei der TURA gelehrt, wie viel Arbeit die Organisation eines Fußballvereins macht. Da gibt es Aufgaben in der Öffentlichkeitsarbeit, in der Pflege des Platzes und der Anlage, bei der Herausgabe der Vereinszeitung mit der Anzeigenakquisition – und vor allem der Bereich der Jugendarbeit!
Es gilt, ein Team von ehrenamtlich tätigen Mitstreitern "bei Laune zu halten"; denn DAS habe ich seinerzeit begriffen:
Ohne eine starke Mannschaft - und damit meine ich nicht die auf dem Platz - hast du als Vereinsvorsitzender eines Fußballvereins keine Chance.
Es gilt, alle Möglichkeiten der Akquisition von Mitteln und Unterstützung auszunutzen. Platzpflege, Ausrüstung, Fahrtkosten, Verbandsbeiträge - all das muss erst einmal gelöst werden, bevor am Samstag oder Sonntag zu einem Spiel - und sei es in der Kreisliga - der Ball rollt!
Und den lautstarken Ruf „Bäääärenstark!“ meines Freundes und unseres Trauzeugen Burkard Schmitz werde ich so wenig vergessen wie meine alten TURA-Mitstreiter!
Bergisch Gladbach, den 29. Juni 2009